Freitag, 20. Oktober 2017

Nebeltag mit Zuckerguss

Im trüben Garten wirken die Chrysanthemenbüsche fast wie Leuchttürme. Ihnen scheint das kühle, nasse Wetter zu gefallen. Ich selbst mag es lieber, wenn die Sonne hervorkommt. Weil das aber jahreszeitlich bedingt immer seltener der Fall ist, umgebe ich mich mit schönen, hellen Dingen, wie diesem Blumenstrauß in Marshmallowfarben und trinke viel heißen Kaffee. Der wärmt schließlich genauso wie Tee. Den Tee gibt es dann abends und vielleicht sogar schon ein Feuer im Ofen.  

Findet ihr nicht auch, dass der kleine Chrysanthemenstrauß beinahe sommerlich aussieht, wenn man den Tau der Nebelschwaden auf den Blütenblättern ausblendet?

Ein schönes Herbstwochenende euch allen!
















verlinkt mit




Dienstag, 17. Oktober 2017

Blätter im Wind

Ich mag den bunten Blätterregen, der bereits eingesetzt hat, und die sonst so grauen Straßen und Gehsteige förmlich in Brand setzt. Und ich mag bewegliche Ohrringe mit schwingenden Teilen - sie stimmen mich fröhlich :) Diese Paar erinnert mich an fallende Herbstblätter. Aus dunkler Weinrebe und hellem Fliederholz geschnitzt, bilden die blattförmigen Holzplättchen einen schönen Kontrast. Auch die Struktur der beiden Holzarten könnte unterschiedlicher nicht sein: Während Flieder fein und  ebenmäßig schimmert, hat Rebholz eine markante, rustikale Struktur, die wie gebürstet wirkt.














VERLINKT MIT






Freitag, 13. Oktober 2017

Vom Reichtum

Wenn ringsum alles wächst und gedeiht, blüht und Früchte trägt, wenn der Garten überquillt vor Farben, im Wechselbad aus Sonne und Regen; wenn über allem die Vögel ziehen, ankommen und abfliegen, singen und nisten, wenn alles im Wandel ist, die Winde wehen, die Blätter treiben, und blau die Donau fließt - ein Kommen und Gehen, ein Strömen und Wehen, Leben und Sterben - und dort hinten im Dunst stehen ruhig die Berge: dann fühle ich mich reich. Die Hände klebrig vom süßen Saft der Früchte, die Stiefel tief im lehmigen Leben, mein sattes Herz voll Erntedank und im Kopf ein Schwarm federleichter Schwalben.




















verlinkt mit







Dienstag, 10. Oktober 2017

Feigenholz

Name  Echte Feige (Ficus carica)

Familie  Maulbeergewächse (Moraceae)

Wuchsform und Wuchshöhe  Die Feige wächst buschförmig oder als Baum. Sie verzweigt sich schon in sehr geringer Höhe und bildet ausladende Kronen. Der Stamm ist selten gerade, sondern meist gebogen und verdreht. Die Pflanze kann zwischen 3 und 10 Meter hoch werden.

Blüten und Blätter  Feigen sind monözisch, das bedeutet, dass sich an einer Pflanze weibliche und männliche Blüten bilden. Die Blüten sehen aus wie kleine grüne Feigenfrüchte. Südlich der Alpen werden die Blüten von der Feigengallwespe, einem etwa 2 mm großen Insekt, befruchtet. Die Wespe legt ihre Eier in den Männlichen Blüten ab, wo sich die Larven entwickeln. Geschlüpft machen sich die weiblichen Gallwespen sofort auf die Suche nach geeigneten Blüten für die Eiablage. Dabei tragen sie den Pollen aus ihrer Kinderstube, der männlichen Blüte, auch zu den weiblichen Fruchtständen. Feigenbäume, die auf diese Art befruchtet werden, nennt man den Smyrna-Typ.

Da die Feigengallwespe nördlich der Alpen nicht vorkommt, können Feigen bei uns erst kultiviert werden, seit die Zucht des sogenannten Adriatischen-Typs gelang. Bei diesem Feigenbaum entwickeln sich die Früchte ohne Befruchtung.

Weiters gibt es noch den San Pedro-Typ, bei dem sich nach einer Feigengeneration ohne Befruchtung, die nächste Generation erst durch erfolgte Befruchtung entwickelt.



Früchte  Feigen sind kugelige bis birnenförmige Scheinfrüchte. Abhängig von der Sorte sind sie grün bis violett, das Fruchtfleisch der reifen Früchte ist rötlich und enthält viele Samen. In warmen Klimazonen kann ein Feigenbaum dreimal im Jahr Früchte tragen, in unseren Breiten nur zweimal.






Holz  Feigenholz wurde im späten Mittelalter für die Herstellung von Holztafeln für die Malerei verwendet. Es wurde auch zur Herstellung von Griffen (zb Messergriffe oder Griffe von Schreibgeräten) und manchmal auch für Möbel genutzt. 

Die Rinde ist graubraun und dünn, das Holz leicht gelb und homogen, das heißt es gibt keinen Unterschied zwischen Splint und Kern. Das Holz ist leicht zu bearbeiten. Die Maserung wirkt wie gebürstet und erinnert mich diesbezüglich ein bisschen an Kiwiholz und Weinrebe. Feigenholz lässt sich gut polieren und erhält dadurch einen seidigen Schimmer.











Was ich an Feigenholz so mag  Mir gefällt der sandige Farbton des Holzes - und auch die Gedanke, dass bereits in der Antike Gebrauchsgegenstände aus diesem Werkstoff hergestellt wurden. Bei der Verarbeitung verströmt das Holz eine süßlich schweren Duft, der mich ein bisschen an Spekulatius erinnert und an den typischen Feigenduft im Mittelmeerraum.








Unser Feigenbaum  ist mittlerweile 17 Jahre alt. Mein Vater hat ihn als Steckling aus Italien bekommen. Anfangs war er im Winter noch recht frostempfindlich und musste dick eingepackt werden. Nach einigen Jahren überstand er auch kalte Winter problemlos. Manchmal ist der eine oder andere Ast abgefroren, sonst gab es keine Probleme.  Und aus abgefrorenen Ästen lässt sich schließlich einiges machen :D
Seine Früchte sind grün und köstlich. Sie reifen zweimal im Jahr - einmal Anfang Juli und einmal im September.
Wenn ihr Feigen pflanzen möchtet, ist es wichtig auf eine geschützte, sehr sonnige Lage - am besten südlich vor einer Hauswand - zu achten. Ich mag den Baum sehr. Er riecht so gut, hat eine einzigartige Form und seine Früchte sind wirklich eine Delikatesse.




VERLINKT MIT