Dienstag, 20. Oktober 2015

Topfenknödel mit Feigen

Wie ein letzter Gruß vom Sommer schmeckt diese herrliche Süßspeise. Unser Feigenbaum trägt zwei Mal im Jahr Früchte. Ein Mal im Juli und ein zweites Mal Ende September bis Anfang Oktober. Alle sind nicht mehr reif geworden weil das Wetter zur Zeit nicht so mild ist, wie es Feigen eben mögen. Doch die, die noch genug Sonne abbekommen haben sind genauso süß und gut wie die der ersten Ernte im Sommer.
Letztes Wochenende habe ich diese Feigenknödel gemacht. Die milde Süße der Feigen passt wunderbar zum säuerlichen Topfen (Quark). Die gerösteten Nüsse in den Bröseln unterstreichen den leicht orientalisch anmutenden Geschmack perfekt.






Topfenknödel mit Feigen

FÜR DIE KNÖDEL
8-15 Feigen (je nach Größe)
500 g Topfen
50 g Zucker
2 Eier
1 EL Öl (Sesam, Walnuss oder Raps)
100 g Weizengries
30 g Mehl
50 g Brösel

FÜR DIE BRÖSEL
100 g Brösel
50 g Mandeln
50 g Walnüsse
30 g Kristallzucker
50 g Butter
1 TL Zimt

Den Topfen mit dem Zucker, dem Öl und den zwei Eiern verrühren. Nun Gries, Mehl und Brösel unterrühren und die Masse 20 Minuten ziehen lassen. Inzwischen Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und ein wenig Salz hinzufügen. Die Feigen waschen und die Stielansätze entfernen, sodass sie so halbwegs rund sind.
Aus dem Teig mit nassen Händen Kugeln formen, diese auf der Handfläche flachdrücken, je eine Feige darauf setzen und die Frucht mit dem Teig umhüllen. Nach jedem Knödel die Hände waschen und nicht abtrocknen.
Die Knödel im Salzwasser etwa 15 Minuten ziehen lassen. Das Wasser sollte dabei nicht wirklich kochen sondern unter dem Siedepunkt bleiben.
Für die Brösel, die Butter in einer großen Pfanne zerlassen und die Semmelbrösel und die Nüsse darin anrösten bis sie leicht gebräunt sind. Den Zucker und den Zimt hinzufügen und unter ständigem Rühren noch ein wenig mitrösten.
Jetzt die Knödel aus dem Wasser nehmen, gut abtropfen lassen und in den Bröseln wälzen. MitStaubzucker bestreut servieren.








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Montag, 19. Oktober 2015

Roter Hartriegel

Sobald er sein Laub abgeworfen hat, verwandelt der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea) die kahle Landschaft in ein leuchtendes Flammenmeer. Lodernd rot sind nicht nur seine Blätter im Herbst, sondern auch die einjährigen Triebe, ganz besonders auf der lichtzugewandten Seite. Zur Zeit verzücken seine blauschwarzen Früchte Wacholderdrossel, Blaumeise, Amsel, Elster und Star - und die ganze Vogelschar. Ich habe gehört, dass sich entgegen der Meinung, dass sie giftig wären, daraus Marmeladen und Fruchtsäfte zubereiten lassen.
So nah habe ich mich aber noch nicht an sie herangewagt. Momentan haben wir saisonalen Ohrschmuck für mich daraus gemacht. Die schönen Früchte, die an roten Stengeln schweben, erinnern ein wenig an Holunderbeeren und sehen einfach umwerfend aus. Auch wenn - oder gerade weil - sie vergänglich sind und nur ein paar Mal getragen werden können.

Attila interessiert sich außerdem für das Holz, das in früheren Zeiten für Drechselarbeiten und Werkzeuggriffe verwendet wurde. Sein Stückchen Hartriegelstamm muss allerdings noch trocknen, also zeigen wir euch momentan einmal nur die Früchte.











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Freitag, 16. Oktober 2015

Vor dem Frost

Anfang der Woche rief mich mein Vater an und warnte mich vor dem Frost. Ich solle alle empfindlichen Pflanzen, wie unsere Kaffir-Limette oder den Plumbago in eine Kammer bringen. Es war schon nach acht Uhr abends und ich lief mit Haube, in Gummistiefeln und mit einer Taschenlampe hinaus in den Garten und erntete etwa zwei Kilogramm, zum Großteil noch unreife, Chilis. Als ich so im fahlen Licht der Taschenlampe das üppige Blühen rings um mich betrachtete, bekam ich plötzlich Angst um meine Blumen. Würden sie morgen alle erfroren sein? All diese bunte Pracht, wie zerplatzte Luftballons, in den Zweigen verfangen? Panisch schnitt ich wahllos, im Dunkeln tastend Blumen ab, um das Blühen hinüberzuretten in den Winter.

Der Frost war kaum spürbar. Der Garten blüht noch, wenn auch ein wenig blasser. Und das ist der kopflos, mit klammen Fingern und einer Taschenlampe im Mund entstandene Strauß. 














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Mittwoch, 14. Oktober 2015

Jetzt reifen schon die roten Berberitzen

Jetzt reifen schon die roten Berberitzen,
alternde Astern atmen schwach im Beet.
Wer jetzt nicht reich ist, da der Sommer geht,
wird immer warten und sich nie besitzen.

Wer jetzt nicht seine Augen schließen kann,
gewiß, daß eine Fülle von Gesichten
in ihm nur wartet, bis die Nacht begann,
um sich in seinem Dunkel aufzurichten: –
der ist vergangen wie ein alter Mann.

Dem kommt nichts mehr, dem stößt kein Tag mehr zu,
und alles lügt ihn an, was ihm geschieht;
auch du, mein Gott. Und wie ein Stein bist du,
welcher ihn täglich in die Tiefe zieht.

(Rainer Maria Rilke, 1901)













Die Ohrringe aus echten Berberitzen haben wir einfach nur so für mich - und nicht für Attilas Shop - gemacht. Ich trage sie ein paar Mal, zerlege sie dann wieder und überlasse sie den Vögeln. Und nächsten Herbst bekomme ich neue.





Da wir beide säuerliche Marmeladen lieben, mussten wir diesmal unbedingt Berberitzen einkochen. Ich bin ja ganz verrückt nach Ribiselmarmelade (Johannisbeerkonfiture). Am liebsten habe ich schwarze Ribisel. Auch Dirndlmarmelade (Kornelkirschenkonfitüre) liebe ich. Marmelade, die einfach nur süß ist, hat bei mir keine Chance. Da sind Berberitzen, die schließlich auch Essigbeeren oder Sauerdorn genannt werden, natürlich das ideale Obst für mich. Pur haben wir sie dennoch nicht verwendet, denn schließlich wollten wir Marmelade, nicht Senf, herstellen. 

BERBERITZEN-MARMELADE

400 g Berberitzen
100 ml Wasser
750 g  Äpfel gewürfelt, geschält
330 g Zucker
1 Pkg Quittin 3:1

Die Berberitzen mit dem Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Bedeckt ungefähr 10 Minuten köcheln lassen. Dann die Berberitzen mit einer Gabel zerdrücken und das Mus noch einmal 5 Minuten kochen. Nun durch ein Sieb streichen bzw. mit einer Flotten Lotte passieren. So werden die doch ziemlich großen Kerne vom Fruchtfleich getrennt.
Jetzt die Apfelstücke mit dem passierten Berberitzenmus und dem Quittin vermischen und aufkochen. Wenn nötig etwas Wasser hinzufügen. Etwa 10 Minuten unter ständigem Rühren kochen, dann mit einem (sauberen) Pürierstab pürieren. Zum Schluss den Zucker dazugeben und noch einmal 5 Minuten kochen lassen. Noch heiß in sterile Gläser füllen.




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Montag, 12. Oktober 2015

Efeunektar

Weil die Efeublüte, verglichen mit den Blütezeiten anderer Pflanzen in unseren Breiten, ziemlich spät stattfindet, ist sie umso attraktiver für viele Insekten. Ende September und Anfang Oktober war der Efeubusch vor unserem Haus in eine Wolke aus Bienen, Wespen, Schwebfliegen und Schmetterlingen gehüllt. Bei letztgenannten fühlt sich scheinbar besonders der Admiral vom Efeunektar angezogen.
Diesen habe ich den ganzen Sommer mit meiner Kamera verfolgt, doch er wollte nie lange genug stillsitzen. Endlich! Der blühende Efeu hat den Admiral nun so betört, dass er sich wie hypnotisiert auf seinen Dolden niedergelassen hat und mich gar nicht bemerkt hat.









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